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Der Einsatz des Assistenzroboters "Lio" wird am Standort Agaplesion Bethanien Havelgarten in Berlin Spandau erprobt. Foto: Anja Mueller, emanya-Photography/Agaplesion gAG

Der Einsatz des Assistenzroboters "Lio" wird am Standort Agaplesion Bethanien Havelgarten in Berlin Spandau erprobt. Foto: Anja Mueller, emanya-Photography/Agaplesion gAG

22. Juli 2019
Technisierung in der Pflege

Agaplesion testet Assistenzroboter

Die Agaplesion Bethanien Diakonie erprobt am Standort Havelgarten in Berlin Spandau den Einsatz des Assistenzroboters "Lio" der schweizerischen Firma F & P Robotics. Damit sichert sich Agaplesion eine europaweite Vorreiterrolle im Bereich Assistenz in der Pflege, teilt das Unternehmen mit.

Der mobile Assistenzroboter Lio wird seit dem 8. Juli 2019 im Agaplesion Bethanien Havelgarten in Berlin eingesetzt. Er assistiert in einem Wohnbereich für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Das Ziel von Lio ist es, die Lebensqualität von Senioren zu erhöhen. Dafür unterstützt der Roboter Bewohner im Alltag, animiert zu Bewegung oder bietet einfach Unterhaltung. Auch das Pflegepersonal soll entlastet werden. Er führt zum Beispiel Abfragen zu den Menüwünschen durch, reicht Getränke an und kann die Bewohner auf dem Flur erkennen und mit Namen ansprechen. Aktuell haben sich sechs Bewohner des Spandauer Wohn- und Pflegeheims bereiterklärt, Lio zu testen und von ihm in den kommenden Monaten begleitet zu werden.

Alexander Dettmann, Geschäftsführer Agaplesion Bethanien Diakonie, war Lio von Anfang an sympathisch: "In der fortschreitenden Technisierung und Digitalisierung in der Pflege ist Lio eine willkommene Option, von der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende zu gleichen Teilen profitieren können. Wichtig ist mir: Lio soll nicht ersetzen, sondern vielmehr unterstützen und ergänzen. Daher ist auch der Sinn dieses Projektes, nicht auszureizen,  was technisch geht, sondern herauszufinden, was bei der Unterstützung der Mitarbeitenden und in der Interaktion mit dem Bewohner die meiste Akzeptanz und den höchsten Nutzen hat."

Robotik kann menschliche Zuwendung und Pflege niemals ersetzen, jedoch ergänzen, weiß auch PD Pfarrer Dr. habil. Holger Böckel, Leiter Agaplesion Institut für Theologie – Diakonie – Ethik. Vor Projektstart fand daher ein Ethikworkshop statt. Dort wurde klar definiert: Das persönliche Gespräch und die Pflege sind weiterhin Aufgabe der Mitarbeitenden. "Aber wenn es Lio gelingt, Freiräume zu schaffen für die persönlichen Momente, dann ist das wertvolle Zeit – für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und für unsere Mitarbeitenden", schätzt Böckel ein.

Auch Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender Agaplesion gAG, ist von den Einsatzmöglichkeiten des Assistenzroboters überzeugt: "Bei Agaplesion hat Technisierung und Digitalisierung nie einen Selbstzweck, sondern immer dienenden Charakter. So ist es auch bei Lio. Das Projekt unterstützt die Personalressourcen in der Pflege, entlastet unsere Mitarbeitenden und dient unseren Bewohnern. Kurz: Alle können profitieren."