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In der Bremer Heimstiftung profitieren angehende Alltagsbegleiter vom Erfahrungsschatz langjähriger Mitarbeiter. Foto: Ina Füllkrug

In der Bremer Heimstiftung profitieren angehende Alltagsbegleiter vom Erfahrungsschatz langjähriger Mitarbeiter. Foto: Ina Füllkrug

22. November 2018
Bremer Heimstiftung bildet zum Alltagsbegleiter aus

Aus der Praxis für die Praxis

Von- und miteinander lernen ist das Leitbild der Weiterbildung "Alltagsbegleiter" der Bremer Heimstiftung, in der viele Unterrichtseinheiten von eigenen Mitarbeitern durchgeführt werden. Ziel der Weiterbildung ist es, begabte Mitarbeiter aus der Hauswirtschaft und Pflege zu einem anerkannten fachlichen Qualifizierungsabschluss zu bringen.

Wissenstransfer zwischen Jung und Alt, Azubi und Praxisanleiter, Mentor und Mentee gilt als eine der effektivsten und besten Lernformen.Der Wissensschatz aus der Praxis, der oft nicht in den Lehrbüchern zu finden ist, ist ein festes Fundament, auf dem weitergebaut und kreiert werden kann. Von- und miteinander lernen ist denn auch das Leitbild der Weiterbildung "Alltagsbegleiter", die in der Bremer Heimstiftung dieses Jahr wieder neu ins Leben gerufen wurde. Der Kurs wurde schon 2001 innerhalb der Bremer Heimstiftung konzipiert und implementiert. In rund 500 Stunden erhielten die Teilnehmenden die nötige fachliche und soziale Kompetenz zur selbstständigen Führung einer Wohnküche.

Der "neue Alltagsbegleiter" hat nun auch das Ziel, begabte und befähigte Mitarbeiter aus der Hauswirtschaft und Pflege zu einem anerkannten fachlichen Qualifizierungsabschluss zu bringen. Schwerpunkte sind die Befähigung zur alltags- und bewohnerorientierten Teamarbeit sowie die Vertiefung der individualisierten Betreuungskompetenz in der Hauswirtschaft.

Die Maßnahme besteht aus insgesamt 12 Modulen und dauert etwa 1,5 Jahre. Die Module beinhalten vielfältige und aktuelle Themen wie demografischer Wandel, hauswirtschaftliche Betreuung und Versorgung, Krisensituationen und Lösungsansätze in der ambulanten Hauswirtschaft, Ernährungsberatung bei altersbedingten Krankheitsbildern oder professionelle Sterbebegleitung. An drei Tagen im Monat erweitern die Teilnehmenden ihr Wissen und lernen Strategien sowie Vorgehensweisen für einen effektiven und professionellen Umgang mit ihren Kunden.

Viele Unterrichtseinheiten werden von Leitungskräften und langjährigen Mitarbeitenden der Bremer Dienstleistungs-Service bzw. Bremer Heimstiftung durchgeführt. Dieser Ansatz ermöglicht es, im Kurs mit Beispielen zu arbeiten, die Teilnehmende in ihrer Arbeit erleben und konkrete Ratschläge bzw. Tipps zu geben, die im Praxisalltag direkt umgesetzt werden können. Auf der einen Seite schenken und teilen die Dozenten ihre wertvolle berufliche Erfahrung mit ihnen, auf der anderen Seite sammeln sie durch den Austausch auf Augenhöhe neue Impulse sowie Anregungen für sich selbst. Oft sprechen sie zum ersten Mal vor einer größeren Gruppe, daher ist der Kurs eine gute Gelegenheit, sich in die Rolle des Lehrenden zu begeben und zu prüfen, ob es für sie eine selbstverwirklichende Tätigkeit ist.

Seit Januar 2018 nehmen 14 Teilnehmer der Unternehmensgruppe an dem Kurs im Erwin-Stauss-Institut teil. Sie kommen aus unterschiedlichen Häusern, bringen diverse Erfahrungen und Fähigkeiten mit, jedoch oft keine fachliche Ausbildung in der Hauswirtschaft. Die innovative inhaltliche Konzeptualisierung und Planung des Kurses ermöglicht den Teilnehmenden gleich drei Abschlüsse: die interne Qualifizierung Alltagsbegleitung, Kompetenz der Betreuungsassistenz nach § 43b sowie die Zusatzqualifikation für Hauswirtschafter und Hauswirtschafterinnen. Letztere hat politische Relevanz und stärkt die berufliche Position der Profession Hauswirtschaft in der Praxis.

Dank dem neuen komplexen und vielfältigen Kurs Alltagsbegleiter wachsen in der Bremer Heimstiftung selbstbewusste, teamorientierte, multikompetente und flexible Mitarbeitende nach, die nicht nur ein großer Gewinn für die Unternehmensgruppe sind, sondern auch qualitativ hochwertig und individuell ihre Kunden in deren Alltag begleiten können. Vielleicht entwickeln sich heutige Alltagsbegleiter ja auch zu Mentoren, die ihr Wissen und ihre Erfahrung später an neue Kollegen weitergeben.

(Patrycja Kniejska, Kursleiterin "Alltagsbegleiter", Bremer Heimstiftung)