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Um die fachliche Expertise zu sichern und kompetentes Personal in der Hauswirtschaft zu gewinnen, benötigen die Unternehmen der Altenhilfe unbedingt eine Personalstrategie, so Bernhard Slatosch auf der VKAD Bundestagung. Foto: Imago

Um die fachliche Expertise zu sichern und kompetentes Personal in der Hauswirtschaft zu gewinnen, benötigen die Unternehmen der Altenhilfe unbedingt eine Personalstrategie, so Bernhard Slatosch auf der VKAD Bundestagung. Foto: Imago

12. Juni 2019
VKAD Bundestagung in Berlin

Den Nachwuchs zielgruppengerecht ansprechen

"Obwohl die Hauswirtschaft der Schlüsselbereich für die Lebensqualität in den Heimen darstellt, ignorieren sie viele Träger", moniert Bernhard Slatosch, Kompetenzzentrum Unternehmenspolitik, Personalpolitik beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Auf der Bundestagung des Verbandes katholoscher Altenhilfe in Deutschland (VKAD), die Mitte Mai in Berlin stattfand, betont er, dass "die Unternehmen der Altenhilfe unbedingt eine Personalstrategie brauchen, um die fachliche Expertise zu sichern und kompetentes Personal in der Hauswirtschaft zu gewinnen."

Es mache durchaus Sinn, für die Hauswirtschaft selbst auszubilden. Auch, um frühzeitig auf die Organisationskultur und die Qualitätsanforderungen des Trägers vorzubereiten. Ausbildungsmarketing beginne in der Hauswirtschaft bei der Beruflichen Orientierung - sprich bei Hospitationen, Praktika und Freiwilligendiensten. "Das FSJ sollte nicht nur in der Pflege genutzt werden, sondern in allen Bereichen, damit sich Jugendliche orientieren und dann entscheiden können, was zu ihnen passt", so der Personaler.

Für das Ausbildungskonzept sei es zunächst notwendig, eine Anforderungsanalyse zu erstellen, aus der hervorgeht, welche Aufgaben auf welchem Niveau zu leisten seien. Denn die Anforderungen an die Auszubildenden müssten den Ansprüchen angepasst werden.

In Anlehnung an das "Great Place to Work-Modell" sollten Einrichtungen zudem eine Arbeitsplatzkultur schaffen, das auf den Säulen Stolz, Teamgeist, Fairness, Glaubwürdigkeit und Respekt beruhe. Anschließend stellt Slatosch vier Schlüsselfaktoren vor, die er für die Nachwuchs- und Personalbindung als wesentlich ansieht.

Schlüsselfaktor Qualität und Innovation
Die Einrichtungen sollten ein Klima ständiger Verbesserung in allen Bereichen schaffen. Das gelänge z. B. mit der Einführung einer Ideenbörse oder betrieblichem Vorschlagswesen. In kleinen überschaubaren Projekten können so hauswirtschaftliche Standards umgesetzt werden.

Schlüsselfaktor Ausbildung und Personalentwicklung
Anknüpfen an dem, was jemand wirklich weiß und kann und in der Praxis umsetzt. "Schauen Sie, wer welche Talente hat und fördern Sie die "Taffen" mit schneller Auffassungsgabe und diejenigen, die aufmerksam, team- und handlungsfähig sind", empfiehlt Slatosch. Gezielte Talentauswahl sei wichtig, aber auch, klare Organisationsstandards zu definieren: Was muss man hier können? Slatosch rät zudem, auch einmal in Felder hineinzuschauen, wo es geeignete Talente geben könnte. Nicht nur im sozialpolitischen Bereich, sondern auch in großen Familien oder in der Landwirtschaft. Coaching von Nachwuchskräften, Azubis nicht überfordern.

Schlüsselfaktor Work-Life Balance und familienbewusste Personalpolitik
Hier sollte der Grundsatz gelten: Wir nehmen sie und ihre Lebenssituation ernst.

Schlüsselfaktor Image und kontinuierliche Aufmerksamkeit
Positive Aufmerksamkeit für ein attraktives Arbeitsfeld Hauswirtschaft schaffen, Profilbildung innerhalb der Einrichtung fördern. Ganz wichtig: Keine falschen Versprechungen machen. "Hauswirtschaft ist nichts für Weicheier", betont Slatosch. Es käme auf zielgruppengerechte Ansprache und Bewerbungsverfahren an. "Bewerben Sie Ausbildung offensiv und sichern Sie Berufsschulstandorte", fordert er die Teilnehmer auf. (if)