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Es scheint, dass die Hiobsbotschaften über unsere Ernährung wissenschaftlich betrachtet jeder Grundlage entbehren. Foto: Fotolia / JackF

Es scheint, dass die Hiobsbotschaften über unsere Ernährung wissenschaftlich betrachtet jeder Grundlage entbehren. Foto: Fotolia / JackF

18. Januar 2018
Deutscher Gesundheitsmonitor

Gesundheitsindex auf Rekordniveau

Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland be­zeichnen sich als gesund und zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gesundheitsmonitor des Bundesverban­des der Arzneimittel-Hersteller (BAH), der für das dritte Quartal 2017 einen Gesamtindex von 7,2 ermittelt hat. Das ist der höchste Wert seit Beginn solcher Erhebungen im Jahr 2013, meldet der Supress Online-Service.

Besonders deutlich ist der Index-Anstieg (verglichen zum drit­ten Quartal des Vorjahres) bei Menschen mit Haupt-/Volks­schulabschluss (von 6,5 auf 6,9), bei Menschen mit geringem Haushaltseinkommen bis 1.500 Euro netto pro Monat (von 6,1 auf 6,9) sowie bei Nicht-Berufstätigen (von 6,8 auf 7,2) ausge­fallen. Ähnliches gilt für Ältere: Seit Ende 2016 fühlen sich ins­besondere Senioren ab 70 Jahren immer besser (von 6,5 auf 7,2). Diese positive Entwicklung geht einher mit einem rückläu­figen Pessimismus: "Verglichen mit meinen Freunden denke ich weniger optimistisch über das Leben", sagen jetzt nur noch 28 Prozent der Bevölkerung im Vergleich zu 36 Prozent am Jahresanfang 2017.

Die Resultate des Gesundheitsmonitors müssen für die konti­nuierlich wachsende Schar der oft selbsternannten Ernäh­rungsexperten sehr befremdlich sein. Wie kann sich die über­wiegende Mehrheit der Bundesbürger so rundum wohl fühlen, obwohl sie sich doch angeblich durch verarbeitete Lebensmit­tel, die oft auch noch die vermeintlich gefährliche Zutat Zucker enthalten, nahezu vergiften? Vielleicht liegt das daran, dass die ganzen Hiobsbotschaften über unsere Ernährung zwar dem herrschenden Zeitgeist entsprechen, jedoch wissenschaftlich betrachtet jeder Grundlage entbehren. Fakt ist: Wir können aus einem immens großen und vielfältigen Lebensmittelangebot auswählen, das weltweit höchsten Qualitäts- und Sicherheits­standards sowie Transparenzkriterien entspricht. Und Fakt ist auch: Es gibt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht keine gu­ten/gesunden beziehungsweise bösen/ungesunden Lebens­mittel. Relevant ist vielmehr eine unter dem Strich insgesamt ausgewogene Gesamtauswahl, am besten kombiniert mit ei­nem bewegungsaktiven Lebensstil.

Diese empfehlenswerte Gesamtauswahl lässt sich problemlos auch für Menschen realisieren, die weder die Zeit noch die Lust haben, täglich mit frischen Zutaten, am besten noch im Garten selbst gezüchtet, zu kochen, sondern für die tägliche Ernährung auf Produkte der Lebensmittelindustrie angewiesen sind. Der Gesundheitsindex auf Rekordniveau bestätigt den Rat des Ge­sellschaftskritikers Detlef Brendel, bekannt als Autor des kon­tro­versen Buches "Die Zucker-Lüge", dass die Menschen sich nicht durch die ideologisch begründeten Warnungen der Ernäh­rungsapokalyptiker den Appetit verderben lassen sollten, "so­lange der Genuss in diesem Land noch nicht zum Straftatbe­stand erklärt wird." (sup)