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Künftig werden mehr qualifizierte hauswirtschaftliche Fachkräfte benötigt, dabei rückt auch das Thema Integration verstärkt in den Fokus. Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt

Künftig werden mehr qualifizierte hauswirtschaftliche Fachkräfte benötigt, dabei rückt auch das Thema Integration verstärkt in den Fokus. Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt

15. Juni 2018
Projekt: Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum

Hauswirtschaft sichert Existenzen

Hauswirtschaft eröffnet Chancen und sichert Existenzen. Das ist ein Ergebnis des Projekts "Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum", das vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Resultate präsentierte die Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft Niedersachsen (LAG HW) jetzt auf einer Fachtagung in Hannover.

Projektleiterin Professor Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt erklärte den rund 100 Tagungsteilnehmern das Ziel des Projekts "Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum": "Wir wollen hauswirtschaftliche Fachkräfte hinsichtlich des Umgangs mit Geflüchteten schulen, sie an hauswirtschaftliche Themen heranzuführen und für eine Qualifizierung in diesem Bereich zu interessieren."

Erste Evaluationsergebnisse der Hochschule Osnabrück zeigen, dass das Projekt bei allen Zielgruppen eine sehr gute Resonanz hat. Alle Beteiligten waren von dem Wissenszuwachs, den konkreten Anregungen und dem konstruktiven Miteinander begeistert. "Alltagsthemen für sprachlichen und inhaltlichen Wissenszuwachs bei den Geflüchteten zu wählen, hat sich voll bewährt. Die Unsicherheit der beteiligten hauswirtschaftlichen Fachkräfte im Umgang mit Geflüchteten ist abgebaut und kann somit Multiplikationseffekte erzielen", so die Projektleiterin. Weiter bestehende persönliche Kontakte innerhalb und zwischen den Gruppen zeigen dies.

Zuvor waren Expertinnen der Hochschule Osnabrück und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) - den beiden Kooperationspartnern - hinsichtlich interkultureller Kompetenz geschult worden. Die akademisch qualifizierten Expertinnen gaben ihr Wissen anschließend an die in der hauswirtschaftlichen Praxis tätigen Multiplikatorinnen weiter, indem aktuelle Fachinhalte didaktisch-methodisch für den Unterricht mit Geflüchteten aufbereitet und diskutiert wurden. In den Modellregionen des Projekts, Hannover, Oldenburg und Osnabrück, wurden Geflüchtete über unterschiedliche Netzwerke angesprochen und jeweils zwölf Geflüchtete von je zwei Multiplikatorinnen zu den Themen Arbeitsorganisation und Alltagsfragen, Ernährung und Hygiene, Einkommensverwendung und Ressourceneinsatz, Wohnen, Reinigen und Wäschepflege geschult. Dazu kamen von der LWK organisierte Betriebsbesichtigungen und Informationen über hauswirtschaftliche Ausbildung und Qualifizierungsmöglichkeiten.

Ministerin Barbara Otte-Kinast dankte in ihrem Grußwort den Projektbeteiligten und betonte, dass dieses Projekt zur Integration von Geflüchteten, aber auch zum Stellenwert der Hauswirtschaft erfolgreich beiträgt: "Mir geht es insbesondere auch darum, dass das Berufsbild "Hauswirtschaft" mit anderen Berufen auf Augenhöhe bleibt, was neue Entwicklungen betrifft. Hauswirtschaft sichert Existenzen und bedarf einer grundsätzlichen Aufwertung."

In ihren Grußwort betonte Ina Farwick, Vorsitzende des LAG HW Niedersachsen: "Qualifizierte hauswirtschaftliche Fachkräfte werden in den kommenden Jahren verstärkt benötigt. Dabei kommen auch die Themen Integration, Inklusion und Identitäten als Triebfedern des gesellschaftlichen Zusammenhalts und einer aktiven Zivilgesellschaft in den Fokus."