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Pflege-Azubis haben tolle Angebote für das Konzept von "Eat by Walking" entwickelt, das aus einem Mix aus einem langen Buffet und verschiedenen Essensstationen besteht. Foto: Theodor Fliedner Stiftung

Pflege-Azubis haben tolle Angebote für das Konzept von "Eat by Walking" entwickelt, das aus einem Mix aus einem langen Buffet und verschiedenen Essensstationen besteht. Foto: Theodor Fliedner Stiftung

27. November 2019
Essen beim Gehen für Menschen mit Demenz

Pflege-Azubis testen „Eat by Walking“-Methode

Pflege-Azubis aus dem 1. Lehrjahr der Pflegeschule der Theodor Fliedner Stiftung in Mülheim an der Ruhr tüftelten und kochten gemeinsam, um schon bald das Angebot "Eat by Walking" für Menschen mit Demenz in der Praxis zu testen.

"Eat by Walking" ist so eine Idee, bei der man denkt: simpel, logisch, warum nicht immer. Menschen mit Demenz neigen zu großer Unruhe, gleichzeitig setzt bei typischen Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit oder Lauftendenzen ein erhöhter Energiebedarf ein. "Demenziell erkrankten Menschen fällt es jedoch oft schwer, ruhig am Tisch zu sitzen", weiß Dirk Raskopf, Leiter der Fliedner Pflegeschulen in Duisburg und Mülheim. Die Schülerinnen und Schüler aus Kurs 77, die sich gerade im 1. Jahr ihrer Altenpflegeausbildung befinden, testeten daher in der Pflegeschule das Konzept von "Eat by Walking", das aus einem Mix aus einem langen Buffet und verschiedenen Essensstationen besteht. Kursleiterin Birgit Witt zeigt sich begeistert von den Auszubildenden: "Sie haben sich tolle Angebote überlegt." Das Konzept zielt auf die oben genannten Begleiterscheinungen einer Demenz ab. Die demenziell erkrankten Menschen sollen so ermutigt werden, beim Gehen oder im Stehen zu essen, um eine Mangelernährung zu verhindern. 

Hygiene darf nicht vernachlässigt werden
"Wichtig ist natürlich die Hygiene zu beachten, damit kein Essen schlecht wird", so Birgit Witt. Daher sei die Leistung des Kurses auch so hervorzuheben. Einzelne oder alle Mahlzeiten können eingenommen werden, wenn keine Schluckbeschwerden vorliegen, denn die appetitlichen Entdeckungen regen alle Sinne an. Die Snacks duften in den Räumlichkeiten und sind leicht zu essen. "Gerade bei nachlassenden Kräften genieren sich manche Menschen ungerechtfertigt, wenn sie nicht mehr oder schlechter in der Lage sind, selbstständig zu essen", kennt Dirk Raskopf aus der Praxis. Daher sei Fingerfood generell eine gute Alternative zum klassischen Mittags- oder Abendtisch. Der Kurs plant schon ein Projekt im Fliedner-Dorf, um "Eat by Walking" umzusetzen und zu überprüfen, wie und wo sich "Eat by Walking" in der Praxis am besten eignet.

www.pflegeschulen.fliedner.de