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Das Bewusstsein für risikobehaftetet Lebensmittel müsse zunehmen, fordert Dr. Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Foto: © BVL / Marcus Gloger

Das Bewusstsein für risikobehaftetet Lebensmittel müsse zunehmen, fordert Dr. Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Foto: © BVL / Marcus Gloger

10. Dezember 2018
Lebensmittelüberwachung

Risiken bei der Verpflegung vermeiden

Viele Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime setzen laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ihre Patienten und Heimbewohner beim Essen unnötigen gesundheitlichen Risiken aus. Auf den Speiseplänen der Einrichtungen stünden oft risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, Rohwürste oder Räucherfisch, kritisierte der Präsident des Bundesamtes, Helmut Tschiersky, am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse zur Lebensmittelüberwachung 2017. Diese seien oft mit Keimen belastet und könnten bei empfindlichen Personengruppen schwere Infektionskrankheiten auslösen, warnte Tschiersky.

Nur zehn Prozent der im vergangenen Jahr untersuchten Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhaus- und Kureinrichtungen verzichteten bei der Essensversorgung ihrer Patienten und Heimbewohner komplett auf solche Risikolebensmittel. Bereits im Jahr 2011 veröffentlichte entsprechende Handlungsempfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung  waren nur knapp der Hälfte der kontrollierten Einrichtungen (45 Prozent) bekannt.
"Es ist erschreckend, dass in so vielen Einrichtungen, in denen man gesund werden soll, das Risiko besteht, am Essen zu erkranken", sagte Tschiersky. Hier müsse das Bewusstsein für risikobehaftete Lebensmittel deutlich zunehmen, forderte er.
Nach Angaben des Bundesamtes fanden die Lebensmittelkontrolleure der Länder 2017 in jeder achten Probe streichfähiger Rohwurst (12,2 Prozent) Listerien-Bakterien, die schwere Erkrankungen auslösen können. 389 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche wurden an das Robert-Koch-Institut und das Bundesamt gemeldet, darunter 49 Ausbrüche, deren Ursache sicher bestimmt werden konnte. Neun dieser Ausbrüche (18,4 Prozent) betrafen demnach Schulen, Kantinen und Pflegeheime. (epd)